Der perfekte Hund & sein Alltag

Der perfekte Hund & sein Alltag

Das schöne ist, das jeder Hund für sich, sein Herrchen & Frauchen 'perfekt' sein kann und nicht alle BesitzerInnen die selben Ansprüche an ihren Vierbeiner stellen. 

Doch was braucht denn der Hund in seinem Alltag um sich von seiner besten Seite zeigen zu können? Wie viel Stunden Ruhe? Wie war das mit dem Futter? Und wann Gassi

Der perfekte Hund

Erinnern wir uns einige Jahrzehnte zurück. Da gab es Nachbars Waldi, der alleine seine Streifzüge machte, die Hofhunde am Reiterhof die einfach da waren und mit den Pferden mitliefen und den Familienschäfermix auf seiner regelmässigen Abendpatrouille. Alle hatten eine Gemeinsamkeit: Sie haben keine gezielte Erziehunggenossen, keine Hundeschule besucht und waren trotzdem nette, ausgeglichene und freundliche Hunde.

Kleinere Macken wurden nicht überbewertet und hochstilisiert sondern zur Kenntnis genommen und berücksichtigt

Heutzutage hat unser vierbeiniger Freund viele Aufgaben zu erfüllen, der Mensch stellt hohe Ansprüche an ihn: Er muss beschützen, bewachen, Freund, Spielgefährte und Kamerad sein, für Geld kämpfen, Menschen, Drogen und Sprengstoff suchen, mitgehen joggen & einkaufen. Der Hund ist also Sozialpartner, Seelentröster, Sportgerät, Wärmflasche und Prestigeobjekt in einem.

Die Menschen sind zunehmend im Alltagsstress und am basteln 'ihrer' perfekten Welt. Der zunehmende Perfektionismus und die Anforderungen an den Alltag haben den Menschen fest im Griff und machen auch nicht vor Chantal's Körbchen halt. Die Angebote sind vielfältig - Hundesportarten und Tanzstile, Spielzeug und Beschäftigungsmöglichkeiten. Häufig erreicht der angebotene Aktionismus genau das Gegenteil - es ergibt sich kein ausgeglichener, belastbarer Hund, sondern ein hyperaktiv und nicht belastbaren Hund der überreizt ist. 

Manche Experten behaupten, dass jeder unerzogene Hofhund ein paradiesischeres Leben hatte als die überreizten und dabei gestressten Haushunde heutzutage. 


Der optimale tagesablauf für den Hund

Ein für den Hund optimaler Tagesablauf sorgt für Hunde aller Rassen und Arten für ein ausgeglichenes Hormonsystem, das dazu führt, dass dein Hund sich wohlfühlt und ein ausgeglicheneres Normalverhalten zeigt.

 

Zu einem natürlichen Tagesablauf für Hunde zählen: 

  • Streifgang‘ - Gassi: Es ist kein schnelles Schritttempo notwendig, lass deinen Hund ausgiebig schnüffeln und geh unterschiedliche Gassiwege wenn dein Hund das möchte und nicht ängstlich ist. 
  • ‚Nahrungbeschaffung’ - Futter: Verstreue einen Teil des Futters oder Leckerlies im Garten oder verstecke diese in der Wohnung. Befüll den KONG mit Leberwurst, Trockenfutter, Käse und Leckereien. 'Kauen beruhigt.' - gib ihrem Hund eine Kaustange zum Abnagen. 
  • ‚Soziale Kontakte’ - Hundefreunde & Herrchen & Frauchen: Darunter fallen bekannte Hundefreunde und das Kuscheln oder Kontaktliegen mit Herrchen & Frauchen. Achte bei fremden Hunden bitte darauf, dass dein Hund auch 'selbst bestimmen' kann, ob er neue Kontakte haben möchte oder nicht. So wie bei uns Menschen auch, mögen manche Hunde nicht alle anderen Hunde und beschränken sich auf 1-2 Spielfreunde. Lass deinen Hund so oft wie möglich am Leben teilhaben und verbanne ihn nicht in den Korridor wenn du im Wohnzimmer liegst. Lass deinen Hund nicht draussen unbeaufsichtigt alleine angeleint wenn du im Gebäude bist. Hunde sind sehr soziale Tiere und haben das große Bedürfnis bei ihrem Verband zu sein. 
  • ‚Schlafen & Ruhen‘ - Entspannung & Beruhigung: Ein Hund braucht zwischen 15-20 Stunden Schlaf & Ruhe am Tag für ein ausgeglichenes Hormonsystem! Dazu werden verschiedene Ruhe- und Liegeplätze gerne angenommen. Biete verschiedene Rückzugsmöglichkeiten an und akzeptiere, dass dein Hund dort ungestört bleiben kann.  

Achte generell auf Veränderungen im Gangbild, vielleicht hat dein Hund Schmerzen. Zeigt dein Hund körperliches Meideverhalten, belastet er manche Regionen weniger, wirkt anderorts steif oder überbeweglich (‚eleganter Hüftschwung‘), lass ihn bitte auf Schmerzen von einem Tierarzt umfassend untersuchen.

 

Buchquellen & Tipps: 'Herz, Hirn, Hund.' & 'Einfach Hund sein dürfen.' beide von Thomas Riepe