Gewaltfreies Hundetraining


Die gewaltfreie Hundeerziehung hat langfristig erwiesenermaßen mehr Erfolg und macht den Zwei- und Vierbeinern Spaß. Gewaltfreie Hundeerzeihung heisst Training ohne dem Hund Angst zu machen, ihn zu unterdrücken oder Schmerz zuzufügen und ihn zu frustrieren



Abgesehen vom Spaßfaktor für Mensch & Hund, bietet eine gewaltfreie Hundeerziehung viele Vorteile. Dein Hund lernt eigenständig Alternativverhalten zu zeigen: Zum Beispiel anstatt in die Leine zu rennen wenn er andere Hunde sieht, sich dir zuzuwenden und in die andere Richtung zu gehen oder auszuweichen. Hunde begegnen sich im Freilauf nicht direkt frontal zueinander, sondern in einem sogenannten 'Bogen' aufeinander zugehend.  

 

Die moderne Lernpsychologie zeigt, dass Hunde (wie auch andere Tiere) lernen, indem sie Verknüpfungen zwischen Gegenständen, Personen, anderen Tieren und Ereignissen herstellen. Wird der Hund an der Leine gezogen, verbindet er den Anblick eines anderen Hundes durch den Ruck an der Leine und den plötzlichen Druck auf den Kehlkopf mit Schmerz und reagiert entsprechend immer aggressiver an der Leine. 

 

Ziel des Trainings ist, dass dein Hund eigenständig das gewünschte, und für euch als Mensch-Hund-Team das ‚richtige’, Verhalten zeigen kann.


Was bedeutet Management im Hundetraining?

Management ist kein Training im eigentlichen Sinn, doch durch so genannte 'Management-Maßnahmen' belohnt sich der Hund nicht weiter selbstständig mit unerwünschten Verhalten. Viele erlernte Verhaltensweisen finden durch Managementmaßnahmen ein Ende. Durch Management bekommt der Hund keine Möglichkeit das unerwünschte Verhalten zu zeigen, oft sind es kleine Schritte die dabei helfen. 

Ein Beispiel: Dein Hund räumt ständig den Mülleimer aus? Durch das Ausräumen und wegfutternd der Essensreste belohnt sich der Hund dadurch selbst. Bekommt er die Möglichkeit nicht mehr indem man den Mülleimer in einen Schrank sperrt, wird das belohnende Verhalten eingestellt und der Mülleimer uninteressant

Ihr Hund geht an der Leine hoch wenn er andere Hunde sieht? Neben positiven Begegnungstrainings mit anderen Hunden an der Leine kannst du beim Spaziergang ausweichen, ein Auto als ‚Schutz‘ nutzen oder auf mehr Distanz gehen um deinem Hund nicht mehr die Belohnung der Aufmerksamkeit durch sein Verhalten an der Leine zu geben. Vorausschauendes und aktives Handeln für dich als BesitzerIn ist hier gefragt. :) 


Was bedeutet ‚alternatives Verhalten‘ im Hundetraining?

Ein Hund kennt kein ‚NEIN!‘, er weiss nicht was es bedeutet. Dem Hund ein ‚Nein‘ beizubringen erfolgt meist über Frust und Stress. Wie wäre es, wenn dein Hund statt dem unerwünschten Verhalten ein erwünschtes zeigt?

Dein Vierbeiner kaut am Sofa? Wie wäre es statt ‚Nein! Pfui! Aus!‘ den Hund auf  den Platz zu schicken oder hinsetzen zu lassen und wenn er dort bleibt weiter zu belohnen und zu loben? Somit lernt der Hund, dass es sich mehr lohnt ‚brav‘ zu sein, als an dem Sofa zu nagen. :) 


Beschwichtigung & Schmerz

Die Körpersprache des Hunden lesen zu können, ist elementar für eine ausgewogene Mensch-Hund-Beziehung. Wenn der Mensch das beschwichtigende Verhalten seines Hundes nicht wahrnimmt und durch körperlichen Schmerz mittels Stachel- oder Würgehalsbänder verstärkt, verliert der Hund nicht nur das Vertrauen in seine Besitzer, sondern verknüpft diesen Schmerz mit dem Besitzer. Dadurch wird das Verhalten verschlimmert oder abgeblockt, der Hund ist in seinem Zeigen hilflos geworden, da seine Kommunikationsversuche wie Bellen, Knurren, Ausweichen vom Besitzer mit einem Leinenruck und lautem Anschreien abgestraft wurden. 


Körperliche Strafe

Körperliche Strafe und Schmerz dem Hund gegenüber, zerstören das Vertrauensverhältnis des Hundes zum Menschen! Der Hund erfährt Schmerz ohne Alternative und Ausweg, wird dadurch gestresst. Stress senkt die Hemmschwelle des Hundes für eine Gegenreaktion

Gewaltbehaftete Lösungen haben den Anschein, dass sie eine Wirkung zeigen, was kurzzeitig durch den Schmerz den der Hund verspürt, trügt. Der Lerneffekt einer solchen Erziehungsmethode ist jedoch nicht gegeben. Die Situation kommt immer wieder, der Hund hat keine Alternative gelernt und weiß nicht anders damit umzugehen als das Verhalten zu verstärken, die Aggression gegen andere Hunde oder seinen Besitzer zu richten, oder aus lauter Angst sich der Passivität zu ergeben und handlungsunfähig zu sein, kein Verhalten mehr zu zeigen.