Welpen ABC - B wie 'Begrüßen' bis E wie 'Entspannen'


Begrüßen

Vielen Hunden wird das Anspringen erst antrainiert. :)

Bei einem kleinen süßen Welpi ist es noch niedlich, wenn er sich versucht hochzuziehen und die Pfoten an den Knien auflegt. Doch bedenkt bitte das Endgewicht eures Welpen! Bei einem Hund von 20 Kilogramm ist das Hochspringen nicht mehr süß. Legt als Herrchen/Frauchen fest, wie die Begrüßung ablaufen soll und bezieht dabei alle Familienmitglieder mit ein. Die Begrüßung sollte eher ruhig sein, von Mensch- und Hundeseite aus. Welpi kann lernen, alle Pfoten am Boden zu behalten. Lobt und bestätigt ihn für ein Sitz oder Platz mit Leckerlies. Sollte er dennoch hochspringen, nehmt ihn sanft am Geschirr und hindert Welpi am Hochspringen. Lobt und belohnt ihn fürs ruhige unten bleiben, so wird sein (unfreiwillig) braves Verhalten auch automatisiert

Fordert bitte eure Besucher auf, den Welpen nicht zum Hochspringen zu animieren und sich ruhig von Welpi begrüßen zu lassen.


Beißen und Schnappen

Wie stark Welpi sein Beißverhalten zeigt, hängt von der Wurfgröße, dem Platz an dem er aufgezogen wurde, den verfügbaren Spielsachen, seiner Rasse, der Größe der Rasse und auch davon ab, wie sehr sich der Züchter bemüht hat das Beißverhalten abzugewöhnen. 

Selbst das zarteste Fingerbeißen vom süßen Welpi ist kein Spaß, sondern ein Verhalten, das auf lange Sicht gesehen wirklich zur Katastrophe werden kann. 

Welpi muss also lernenwo er reinbeißen kann und darf und wo nicht. Bietet immer ausreichend Spielzeug an, in das Welpi beißen darf und reichlich Kaumaterial

Lobt Welpi, solange er beim Spielen das Spielzeug anbeißt und unterbrecht das Spiel sofort, wenn er versehentlich daneben beißt und macht eine kurze Pause, damit Welpi das Geschehene einordnen kann. Diese Methode klappt ganz gut, wenn Welpi eher dann schnappt wenn es ums Spielen geht oder beim abendlichen Aufgedreht sein des Welpen. 

Manche Welpis schnappen auch gerne nach Hosenbeinen, was besonders für kleine Kinder gefährlich werden kann. Arbeitet durch Management daran, dass Welpi dazu keine Gelegenheit bekommt und verwendet notfalls auch eine dünne Hausleine, die Welpi zum sanften Stoppen bringt, bevor er das Hosenbein von klein Kevin erwischt. 


Belohnen

Eine Belohnung ist keine Bestechung, sondern gibt Orientierung und Sicherheit. Ziel des Belohnens soll auch sein, dass Welpi lernt, auf möglichst viele Reize gelassen zu reagieren. Belohnt, wenn Welpi den neuen Reiz ruhig anschaut. Das kann zu Beginn eine Mülltonne, ein Rollstuhl, ein Radfahrer oder ein Kinderwagen sein. 

Wenn Welpi keine Belohnung mehr nehmen kann, also nicht futtern will, ist die Ablenkung und Aufregung zu groß. Reduziert dann den Abstand und bringt mehr Distanz zwischen Welpi und Reiz.


Brustgeschirr - Halsband

Bitte verwendet ein Brustgeschirr für euren Hund, der Hals des Hundes ist empfindlich und der Druck auf den Kehlkopf, wenn sich Welpi am Halsband in die Leine wirft, ist schmerzhaft. Kehlkopf, Luftröhre und der Nacken können durch Leinenrucken geschädigt werden, führt Welpi daher bitte im Alltag an einem gut sitzenden Brustgeschirr. 

Sorgt von Beginn an für einen guten Eindruck und lasst Welpi während des Anziehens am Kong® nuckeln und lobt ihn verbal. Wenn alle Schnallen geschlossen sind, lasst Welpi den Kong auslecken, damit verbindet Welpi das Tragen des Brustgeschirrs auch positiv. Füttert Welpi zu Beginn das Tragen des Brustgeschirrs schön


Bürsten

Übt das erste Bürsten mit einer weichen Babybürste und streicht Welpi damit leicht den ganzen Körper ab. Lobt und belohnt Welpi mit ruhiger Stimme. Auch das Fell zwischen den Pfoten sollte im Winter gekürzt werden, damit sich Schnee und Eis dort nicht verfangen und schmerzhaft werden. 


Durchfall

Durchfall kann viele Ursachen haben - Futter, das Welpi nicht verträgt, Wurmbefall, Stress oder Parasiten. Dauert der Durchfall über 2 Tage oder tritt häufiger auf, geht bitte zum Tierarzt. Nehmt euch vom Tierarzt Proberöhrchen mit und sammelt bei Verdacht über mehrere Tage den Kot. Bei nachgewiesenem Befall sollte die Wurmkur nach 14 Tagen wiederholt werden. 


Entspannung

Je mehr Geschwister Welpi hat, je nach Rasse und je aufgedrehter die Familie ist in der Welpi lebt, desto schwieriger fällt es Welpi zur Ruhe zu kommen. Welpi braucht 18 - 20 Stunde Ruhe und Entspannung am Tag um ausgeglichen zu sein. Bitte achtet darauf und ladet nicht die ganze Verwandtschaft ein um Welpi zu besuchen, das ist zu viel Aufregung und Welpi wird unleidlich

Der Schlaf dient Welpi dazu, das Erlebte zu verarbeiten, daher sollte der Schlaf auch so tief wie möglich sein und von Traumphasen begleitet sein. 

Macht neben aufregenden Spaziergängen und Erkundungstouren auch gemütliche und ruhige Auszeiten am Sofa oder Teppich. Wenn Welpi dann entspannt und die Augen fast zufallen, könnt ihr ein Entspannungssignal einführen wie ‚Eeeeeeaaaasyyyyyy‘ oder ‚Ruuuuuuuuuuhig‘. Ihr könnt das immer wiederholen, wenn sich Welpi gerade entspannt. 


Quelle und Buchtipp: ‚Das Welpen-ABC Junge Hunde positiv fördern und erziehen: Von Auf-den-Arm-Nehmen bis Zerrspiele' von Madeleine Franck & Rolf C. Franck 



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