Welpen ABC - F wie 'Freilauf, Frust und Futter''


Feuerwerk & Silvester

Ihr habt mit Welpi eine tolle Chance, ein gute und solide Basis fürs Schuss- und Silvesterangst zu legen. Leider nehmen viel HundebesitzerInnen das ‚Nicht-Fürchten‘ von Welpi als selbstverständlich und belohnen das Verhalten nicht. Erste Anzeichen von Angst werden oft nicht bemerkt, im Laufe der Zeit entwickelt der Hund zunehmend Ängste zu Silvester, die sich dann auch auf andere Geräusche wie Gewitter, Donner, Donnergrollen usw. ausweiten.

Daher ist der dringende Rat, sich schon vorab gut auf Silvester vorzubereiten, und das am besten bereits Monate vorher! Beugt mit einer Geräusch CD vor, oder nehmt Geräusche von YouTube mit Gewitter und Feuerwerk drauf. Stellt die Geräusche immer an, wenn mit Welpi gespielt wird, oder er gerade etwas tolles kaut wie den KONG®. Steigert langsam die Lautstärke und wechselt die Orte an denen ihr die Geräusche abspielt und mit dem Hund spielt. 


Freilauf

Junge Welpis laufen in den ersten Wochen ihren Menschen hinterher. Doch dieses Nachlaufen wird immer weniger, je sicherer sich Welpi fühlt und je älter er wird. Bitte daher auch dieses Verhalten nicht als selbstverständlich nehmen, sondern dazu nutzen, das ‚Gehen an lockerer Leine‘ und den Rückruf zu üben. Bitte sichert Welpi IMMER, er kann bei jedem Schreck auf die Straße springen oder davonlaufen. Bitte kein ungesicherter Freilauf

Belohnt Welpi, wenn er Blickkontakt zu euch aufnimmt und sich in eurer Nähe aufhält. Das macht das gemeinsame Gassigehen später einfacher und Welpi lernt, dass sich das ‚in-der-Nähe-bleiben‘ lohnt. 


Frust - Frustrationstoleranz

Mit Frustration gut umgehen zu können gehört zu einer wichtigen Eigenschaft eines Hundes. Frustrationstoleranz ist eng mit der Selbstkontrolle des Hundes verknüpft und Basis einer guten Hundeerziehung

Es gibt viele Übungen um die Frustrationsgrenze zu steigern. Dazu gehören z.B. das Ausschlecken des KONG®. Zu Beginn könnt ihr den KONG mit einfachen Sachen befüllen wie z.B. etwas Joghurt mit Hundeleberwurst oder Babygläserinhalten. Dann wird schrittweise die Schwierigkeit gesteigert, indem die Füllung z.B. eingefroren wird oder eine Kaustange durch den KONG gesteckt wird. Auch können bekannte Übungen wie ‚Sitz‘ oder ‚Platz‘ Schritt für Schritt auf die Dauer ausgedehnt werden oder an verschiedenen Orten mit erhöhter Ablenkung geübt werden. Auch das fördert die Frustrationstoleranz


Futter

Das richtige Futter spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Welpi. Wird es nicht gut verwertet, kann es den Schlaf beeinträchtigen und auch die Stubenreinheit

Grundsätzlich ist Nassfutter zu empfehlen mit einem hohen Fleischanteil über 60% und ohne Getreide. Meine persönliche Futterempfehlung findet ihr hier

Eine Umstellung von Futtersorten sollte langsam erfolgen und das neue Futter über mehrere Tage zu steigenden Anteilen untergemischt werden. 

Welpi sollte bis zum Alter von drei Monaten vier mal täglich, danach drei mal und ab 6 Monaten zwei mal am Tag gefüttert werden. 

Die Herstellerangaben sind oftmals zu hoch, richtet die Ration nach dem tatsächlichem Bedarf und ob ihr z.B. die Rippen beim Streicheln fühlen könnt und der Hund von oben betrachtet eine Taille hat.

Einen Teil der täglichen Futterration kann sich der Hund auch erarbeiten durch Training oder dem KONG®. 

Für ein Hundetraining muss der Hund nicht hungrig sein. Auch einem hungrigem Hund fällt durch den niedrigen Blutzuckerspiegel das Lernen schwer und die Konzentration ist beeinträchtigt. 

Frisches Trinkwasser sollte immer und überall zur Verfügung stehen. 

Bitte greift Welpi nicht in den Futternapf oder nehmt diesen weg. Welpi wird euer Verhalten nicht verstehen und möglicherweise erst dann sein Futter zu verteidigen beginnen. Bringt Welpi stattdessen immer wieder etwas Gutes während dem Essen vorbei indem ihr kleine Fleischstücke, Käse oder ähnliches in den Napf legt während Welpi futtert. So kann er davon ausgehen, dass immer etwas Tolles kommt, wenn sich ein Mensch seinem Napf nähert.



Quelle und Buchtipp: ‚Das Welpen-ABC Junge Hunde positiv fördern und erziehen: Von Auf-den-Arm-Nehmen bis Zerrspiele' von Madeleine Franck & Rolf C. Franck