Welpen ABC - von G wie 'Grenzen' bis I wie 'Impfen'


Grenzen

Grenzen, Regeln und Strukturen  sind wichtig für einen gemeinsamen Alltag. Definiert eure eigenen Regeln und Grenzen und lasst euch von niemandem einreden, was ein Hund zu tun oder zu lassen hat.

Welpi wird keine Verhaltensauffälligkeit entwickeln nur weil er auf die Couch darf. 

Bitte nehmt jedoch klar Abstand von Erziehungsmethoden die über Strafe, Druck oder Einschüchterung erfolgen. In Studien hat man gesehen, dass bereits das leichte Hinunterdrücken mit der Hand in das Sitz dazu führt, dass der Hund keinen Blickkontakt mehr sucht.

Gebt Welpi Alternativen wie z.B. einen tolle Schlafplätze neben dem Bett oder der Deal, dass er nur auf die Couch kuscheln darf, wenn seine Decke als Signal auf der Couch liegt. 

Trainiert früh genug ein Unterlassungswort und organisiert Dinge auch vorausschauend über 'Management'. 


Hundebegegnungen

Welpi lernt gutes Sozialverhalten am besten von sozial kompetenten, erwachsenen Hunden. Reine Welpenspielgruppen die nach Alter zusammengewürfelt werden und keine Rücksicht auf die Größe des Welpen nehmen, sind nicht zu empfehlen. Was soll Welpi von einem anderen Welpi lernen? 

Welpi sollte sich anderen Hunden nicht stürmisch nähern, nicht anspringen oder ins Fell schnappen. Viele erwachsene Hunde sind genervt von Welpen und zeigen das auch mit Knurren, Zähne zeigen und schnappen. Lobt Welpi umso mehr, wenn er ruhig bleibt und sich langsam nähert und sich auch wieder zurückzieht

Sollte ein fremder Hund auf euch zugerannt kommen, zögert nicht Welpi hochzunehmen, damit ihn nichts passiert. Ignoriert die ‚die Hunde müssen das unter sich klären‘  Besitzer und geht am besten weiter. Es gibt auch keinen Welpenschutz und Welpi soll bei Hundebegegnungen lernen, deeskalierendes Verhalten zu zeigen und auszuweichen und nicht, sich permanent zu verteidigen. 


Hundebox

Eine Hundebox bietet eine tolle Rückzugsmöglichkeit für Welpi, wenn diese positiv und gut antrainiert ist und Welpi sich darin wohl und sicher fühlt. 

Stellt die Box an einen ruhigen Standort auf und richtet diese gemütlich mit Decke ein. Eine weitere Decke über der Box macht das Ganze noch ‚höhlenartiger‘ und gemütlicher. 

Für die ersten Schritte legt einen gefüllten Kong und ein paar Leckerlies in die verschlossene Box ohne Welpi darin. Lasst Welpi vorher daran riechen, legt die tollen Sachen dann in die Box und macht sie zu. Wenn Welpi darüber nachdenkt, wie er an die Sachen rankommt und ein wenig Frust entsteht, öffnet die Tür mit dem SignalBox’. Lasst immer wieder tolle Sachen als Überraschung in der Box drinnen liegen.


Impfen

Welpis sind in der Regel bereits einmal geimpft wenn sie mit 8 Wochen einziehen. Zwischen der 11ten und der 14ten Woche sollte eine Auffrischung gegen Parvovirose, Zwingerhusten, Hepatitis, Leptospirose und Staupe gemacht werden, damit die Grundimmunisierung abgeschlossen ist. Manche Tierärzte impfen gegen Leptospirose einzeln und später gegen alle anderen Krankheiten. Tollwut wird meist mit 12 und 16 Wochen geimpft. Bittet um eine Tollwutimpfung mit einem Impfstoff mit dreijähriger Zulassung. Bei einigen Viruserkrankungen wird ein dreijähriges Intervall empfohlen, manche Studien sprechen von einem achtjährigen bis lebenslangen Schutz nach der Grundimmunisierung

Es gibt einen Impftiter-Schnelltest, mit dem direkt beim Tierarzt überprüft werden kann, ob eine Auffrischung überhaupt notwendig ist. Lasst euch bezüglich Imfpschema am besten von eurem Tierarzt des Vertrauens beraten. 



Quelle und Buchtipp: ‚Das Welpen-ABC Junge Hunde positiv fördern und erziehen: Von Auf-den-Arm-Nehmen bis Zerrspiele' von Madeleine Franck & Rolf C. Franck